Mittwoch, 8. August 2012
T - 3: New York, New York!
Heute geht es mit dem Swiss-Flug LX 16 nun also endlich über den grossen Teich. Der Koffer steht bereit, das Velo ist verpackt, Web Check-In ebenfalls erledigt. Somit gibt es an dieser Stelle für heute nicht mehr viel zu sagen. Ausser vielleicht:
Montag, 6. August 2012
T - 5: The Work is Done!
Der 11. August nähert sich nun in grossen Schritten: Am letzten Donnerstag und Freitag beschäftigten sich die Spezialisten von Lerch Cycle Sport um mein weisses Canyon indem sie neue Collés aufzogen und auch sonst alles bicobello einstellten und vorgestern Samstag stand das letzte wirklich schweisstreibende Training auf dem Programm.Da das eigentliche Ziel des Tages darin bestand, um pünktlich um 10:00 trainiert und geduscht den Sitzplatz vor dem TV einzunehmen und - quasi als psychische Vorbereitung - den olympischen Frauen-Triathlon von London zu geniessen, nahm ich mir den ganzen Spass bereits für den frühen Morgen vor.
Das schöne dabei: Obwohl die Sonne erst gerade aufgegangen war, konnte ich einmal mehr auf die Unterstützung von Ironnonno Sandro Angelastri zählen.
Es gibt zwei Gründe, weshalb ich das hier erwähne:1. Meinen ersten Eintrag an dieser Stelle machte ich vor ziemlich genau sechs Monaten, nachdem ich ebenfalls mit Sandro das letzte winterliche Schwimmtraining im Hallenbad Langnau am Albis absolviert hatte. Ein schöner Kreise also, der sich schliesst.
2. In den letzten vier Jahren durfte ich Sandro auf unzähligen Kilometer begleiten. Zu Beginn mehrheitlich am Hinterrad und vornehmlich im roten Bereich, mittlerweile gelegentlich auch mal vorne und auch immer häufiger mit einem Blick für die Umgebung. Während und neben diesen Trainings konnte ich von Sandro auch so viel lernen, dass ich eigentlich so ziemlich alles, was ich rund um Velos und Radtrainings weiss, von ihm erfahren habe (Zugegeben: Er weiss auch einiges mehr übers Schwimmen als ich). Merci Sandro!
Donnerstag, 2. August 2012
T - 9: Objective Finishline!
Langsam aber sicher hat sich der grosse Tag angeschlichen: Nur noch sechs Tage bis der Swiss-Flug LX16 meine Eltern, Maureen, mich und - auch nicht ganz unwichtig - mein weisses Canyon von ZRH nach JFK transportiert und nur noch neun Tage bis ich auf der Startbrücke des ersten IM in bzw. um New York City stehen werde.
Auf dem Weg dorthin hat sich ein hübsches Sümmchen Trainingsstunden angesammelt in welchen ich eine stattliche Zahl an Kilometern geschwommen, gestrampelt und gelaufen bin. Ich habe fleissig meine Rumpfkraft trainiert und sogar ein wenig auf meine Ernährung geachtet, habe lange Trainings absolviert und kurze, harte und lockere, schnelle und langsame, solche mit Hügeln und Bergen und immer wieder auch flache. Ich habe im Käpfnach bei 10 Grad und steifer Bise gefroren und in Thailand bei 36 Grad geschwitzt, ich habe gelitten und genossen, still vor mich hin geflucht und laut (manchmal auch über mich selbst!) gelacht.
Das alles hat geholfen, dass ich mich in meinem Leben noch nie so fit gefühlt habe wie im Moment. Doch wie sehr mir das Ganze am 11. August, auf 140.6 Meilen zwischen der Startbrücke im Hudson River und der Finishline im Riverside Park helfen wird, wird sich zeigen. Mein Respekt ist gross, sehr gross sogar, denn 140.6 Meilen sind mehr als 2x70.3. Es wird ein sehr langer und sehr harter Tag, ich erwarte Momente, Gefühle und Gedanken, die ich eigentlich gar nicht erwarte. Darum steht trotz all des seriösen Trainings keine Zeit und auch kein Rang im Mittelpunkt, sondern ganz einfach die Finishline. Sie ist nicht nur das Ziel, sie ist auch mein Ziel.
Stay tuned about the Ironman U.S. Championship. Here.
Stay tuned about the Ironman U.S. Championship. Here.
Samstag, 16. Juni 2012
Challenge Kraichgau
Gemäss den offiziellen Verlautbarungen wurde der IM 70.3 Switzerland am 3. Juni zum sechsten und vorerst letzten Mal durchgeführt - zumindest in Rapperswil. Daher: Ruhet in Frieden, "Witches Hill", "The Beast" und "Stairways to Heaven". Und: Es lebe die Challenge Kraichgau!
Weshalb? Nun, vier Mal war ich in Rapperswil am Start, wirklich in seinen Bann gezogen hat mich das Rennen trotzdem nie. Anfang Juni sind die Wassertemperaturen im Obersee nie ganz so wie ich es mag, die Radstrecke mit ihren teilweise steilen Anstiegen scheint mir auch nicht wirklich zu liegen und eine Laufstrecke, die sich beinahe schon konsequent von Zuschauern fern hält, macht irgendwie auch nicht so richtig Spass. Und die Organisation war zwar immer tiptop, aber vom Hocker gehauen hat sie mich auch nie.
Ganz anders die Challenge Kraichgau, an welcher ich am letzten Sonntag erstmals teilgenommen habe: Schwimmen in einem gut temperierten Baggersee, eine hügelige und anspruchsvolle, aber eben auch abwechslungsreiche und wunderschöne Radstrecke und zum Abschluss drei Runden à 7 Km mit ständigem Auf und Ab sowie je zwei Passagen im Zielbereich und vielen, vielen begeisterten Zuschauern. Dazu eine absolut perfekte Organisation und unendlich motivierte Helfer. Nach dem letzten Sonntag kann ich ohne weiteres behaupten, dass ich dem 70.3-Rennen von Rapperswil keine einzige Träne nachweine. Und dass ich jedem Triathleten nur wärmstens empfehlen kann, sich den 09. Juni 2013 bereits jetzt im Kalender dick anzustreichen und auf Google Maps mal zu schauen, wo dieser Kraichgau denn genau liegt.
Streckentechnisch und organisatorisch war also alles bestens angerichtet, als ich am Sonntag Morgen kurz vor 09:15 an der Startlinie so vor mich hin plantschte und auf den Startschuss wartete. Dazu kamen trockene und kühle, aber nicht kalte Bedingungen - ebenfalls ideal. Einzig die Frage, wie gut ich zwei so lange Rennen innerhalb von nur einer Woche verkraften würde, sorgte noch für etwas Unsicherheit. Grundlos, wie ich bald einmal merkte: Ich kam gut weg, setzte mich gleich an die Spitze meiner Welle und weil es sich so einfach schwamm, fand ich mich schon ziemlich bald in der ersten Wechselzone wieder. Dann ein schneller Wechsel und los konnte es gehen mit der Radfahrt durch das "Land der 1000 Hügel". Ob es tatsächlich genau 1000 Hügel sind, habe ich nun wirklich nicht kontrolliert, aber ich kann versichern, dass es einige waren: Rauf und runter und rauf und runter, nie wahnsinnig lang zwar und auch nie grausam steil, aber eben immer und immer wieder. Weil es auch auf dem Rad äusserst problemlos lief, konnte ich mich im Laufe der 90 Km immer weiter durch die 15 Minuten vorher gestartete Welle arbeiten, so dass ich nach insgesamt etwas mehr als 3 Stunden Rennzeit auf die noch ziemlich leere Laufstrecke wechseln konnte. Die 1000 Hügel lagen damit zwar hinter uns, weil die Städteplaner von Bad Schönborn ihr Gemeindegebiet vor der Bebauung aber nicht richtig planiert haben, war das Auf und Ab auch Bestandteil der Laufstrecke. Ebenfalls nicht ganz ohne, aber so abwechslungsreich, dass ich mich ruckzuck am Ende der dritten Runde befand und nach weniger als 4:40 auf die Zielgerade einbiegen konnte. Zugegeben ziemlich am Ende, aber auch richtig zufrieden, denn im Gegensatz zum Rennen in Rapperswil war dieses Mal auch das Laufen so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Mit dem Zieleinlauf neigte sich auch ein unvergessliches Triathlon-Weekend dem Ende entgegen, während welchem ich einem der Besten immer mal wieder über die Schultern blicken durfte. Untergekommen sind wir nämlich bei einem gewissen Thomas Hellriegel, den wir im letzten November anlässlich des Indian Ocean Triathlon auf Mauritius kennen lernen durften. Ein echt toller Typ mit einem ganz feinen Charakter. Allein, dass er uns einfach so bei sich aufnahm, uns verköstigte und sich auch sonst das ganze Wochenende über immer um uns kümmerte, beweist das schon. Vielen Dank, Thomas!
Zuletzt möchte ich für einmal auch meine Maureen, die zwei Wochenenden hintereinander das ganze Triathlon-Tamtam mitgemacht, stundenlang an der Strecke gestanden, unterstützt und viele tolle Fotos geschossen hat, nicht vergessen. Ohne deine Unterstützung wären die Kilometer jeweils noch viel länger und härter als sie es eh schon sind.
Montag, 4. Juni 2012
IM 70.3 Switzerland
Vorab die Antwort auf die Frage, welche mir ein gewisser G.F. aus H. (vormals aus F.) vor einigen Tagen gestellt hat: Ja, ich lebe noch! Und das sogar sehr gut. :-)
Da ich mich seit meiner Rückkehr aus Thailand vor sechs Wochen aber auch wieder ins Arbeitsleben integrieren musste, waren News an dieser Stelle nicht nur rar, sondern gänzlich inexistent. Aber trotz meiner (geglückten) Re-Integration und obwohl ich schon sagen muss, dass die schweizerische Ausgabe des Petrus seinem thailändischen Pendant - zumindest was die Trainingsbedingungen betrifft - hinsichtlich stabilen Wetterlagen und brauchbaren Temperaturen um einiges nachsteht, konnte ich seit Mitte April mehr als nur brauchbar trainieren.
Und so kam es, dass ich am letzten Samstag in Rapperswil meine Startunterlagen abholte, mein Rad in die Wechselzone stellte und Gestern Sonntag an der Startlinie aufkreuzte. Die Geschichte des Rennens danach ist schnell erzählt: Einen schnellen Wasserstart hingelegt und gut weggekommen, solid geschwommen, für meine Verhältnisse gut gestrampelt, am Ende aber leider nur normal gelaufen. Alles in allem reichte das beim vierten Anlauf in Rapperswil mit 4:41:45 aber immerhin zum ersten Mal zu einer vorzeigbaren Endzeit und somit auch zu einem Resultat, welches mich positiv stimmt für die nächsten Starts.
Wobei der nächste Start ja bereits unmittelbar vor der Tür steht: Nach einer Woche, in welcher nun Erholung Trumpf ist, heisst es am nächsten Sonntag Vorhang auf zur Challenge Kraichgau! Wiederum wird die Reise aus 1.9km Swim, 90km Bike und 21.1km Run bestehen, für einmal aber ohne das ganze WTC-Bimborium. Auch wenn im Moment noch die Müdigkeit von Gestern überwiegt, so ist die Vorfreude auf das nächste Wochenende doch schon riesig. Grund dafür: Allen verfügbaren Meinungen nach handelt es sich beim Wettkampf im Kraichgau um einen der tollsten Anlässe über die Halbdistanz überhaupt. Und ich selbst bin gespannt darauf, wie ich zwei längere Rennen innert einer Woche hinbekomme.
Womit ich nochmals auf Rapperswil zurückkommen will: Hilfreich auf den Kilometern zwischen Start und Ziel waren auch die vielen bekannten Gesichter und Stimmen, sowohl an als auch auf der Strecke. Auch wenn ich nicht alle gesehen und ich mich nicht immer umgedreht habe, so tun solche Zurufe doch immer wieder sehr gut. Vielen Dank!
Speziell erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang auch meine Eltern, die Gestern ebenfalls mit von der Partie (wenn auch nicht selbst am Start) waren. Vom Startschuss um 09:40 bis zu meinem Zieleinlauf kurz nach 14:20 waren sie in und um Rapperswil, haben Daumen gedrückt, angefeuert, mitgefiebert, gewartet und wieder angefeuert. Toll, wenn man solche Eltern hat und toll auch, dass sie mich im August nach New York begleiten werden! Insofern stellte der gestrige Tag auch für sie einen Teil der Vorbereitung für den 11. August dar. Eine Vorbereitung, die bisher wie am Schnürchen verläuft: Die Grundlagen (d.h. die grundsätzliche Begeisterung, Kenntnisse über Ablauf, Wechsel, Verpflegung, usw.) haben wir in den letzten fünf Jahren gelegt, einzig an einigen Details (bzgl. direkter Unterstützung) müssen wir, wie die folgenden zwei Fotos zeigen, in den kommenden beiden Monaten nun noch etwas arbeiten:
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