Montag, 9. April 2012

Elefanten und Hügel, aber keine Ladyboys und Osterhasen

Nach genau acht Wochen in Thailand und somit quasi als Startschuss für meine letzte Trainingswoche bevor es am nächsten Samstag wieder nach Hause geht, stand Gestern Sonntag erstmals eine Ausfahrt in den Süden von Phuket auf dem Programm: Von Laguna aus ging es via Kammala, dem berühmt-berüchtigten Patong, Karon und Kata bis ans Phromthep Cape und anschliessend über Rawai zurück nach Karon und erneut durch Patong zurück nach Laguna.

Auf einen Stop in Patong mussten wir leider verzichten, was aber eigentlich nicht allzu tragisch ist, denn trainingstechnisch wäre dieser Einfluss wohl eher negativ gewesen. Glücklicherweise bietet der Süden Phukets aber auch neben dem Trubel von Patong einiges: Schöne Strände, tolle Aussichten, unendlich viele (mehr oder weniger touristische) Restaurants und Cafés und - für unsereins wohl am ungewöhnlichsten - auch eine Elefanten-Waschstation.

Dumm nur, dass man sich all diese positiven Punkte mit Milchsäure und Schweiss erkaufen bzw. erstrampeln muss: Die Strasse führt der Küste entlang und ist ein wahrhaft dauerndes Auf und Ab. Mal länger, mal kürzer, mal steil, mal noch steiler. Letzteres hat aber immerhin den Vorteil, dass mir die Sattelegg dieses Jahr vielleicht etwas flacher erscheinen wird als auch schon...

Bezüglich der Elefanten-Wasschstation bleibt zu sagen, dass ich ja eigentlich vorgesehen hatte, mir dort eine kühle Dusche zu genehmigen. Ganz nach dem Motto: Was für die gut ist, kann auch mir nicht schaden, dies zumal es auch Gestern ordentlich heiss war. Leider wollten sie aber unter sich bleiben und gewährten mir nur gerade obiges Photo. Naja, vielleicht habe ich ja beim nächsten mal mehr Glück.

Ach ja: Wenig überraschend war, dass ich den Osterhasen nirgends gesehen habe, weder leibhaftig noch aus Schokolade. Wobei letzterer auch Gestern ziemlich hitzeresistent hätte sein müssen.

Wie oben bereits erwähnt, geht es am nächsten Samstag wieder nach Hause. Dann gehen neun tolle sowie erlebnis- und trainingsreiche Wochen zu Ende und das "normale" Leben hat mich wieder. Nach einer so langen Zeit in der Hitze und Feuchtigkeit und weit weg von zu Hause freue ich mich aber auf Zürich und den See, den Horgenberg, das gewohnte Essen, meine Wohnung, Familie, Freunde und jemand ganz besonderes, die Arbeit sowie vieles, vieles mehr. 

Sorgen bereitet mir einzig das aktuelle Wetter in der Schweiz, schliesslich war es nicht meine Absicht, dieses Jahr nochmals Schnee zu erleben (zumindest nicht vor November!). Daher: Kann jemand bitte veranlassen, dass es bis am nächsten Sonntag noch ein gehöriges Stück wärmer und vor allem auch trockner wird? Danke!


Donnerstag, 5. April 2012

Bangkok. Oder als mir der König alles abverlangte.

Einmal mehr ist es unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht: Nachdem es bereits vor neun Tagen mit einem Longtail-Boat von Koh Yao Noi weiter an den Railay Beach südlich von Krabi ging, stand vor genau einer Woche die Reise von ebendiesem Railay Beach nach Bangkok an. Eine Reise, die es fürwahr in sich hatte, durften wir dafür doch so ziemlich alle verfügbaren Verkehrsmittel benutzen:
  • Auf einem Traktor-Anhänger vom Ufer zum Longtail-Boat (dank der frühmorgendlichen Ebbe)
  • Mit dem Longtail-Boat zum nächsten Pier
  • Vom Pier mit einem Hotel-Car zum Taxi
  • Mit dem Taxi an den Krabi International Airport
  • Per Flugzeug von Krabi nach Bangkok
  • Mittels Taxi zum Hotel Siam@Siam
Der Kontrast zwischen den ruhigen Tagen auf Koh Yao Noi und dem lebhaften Bangkok hätte nicht grösser sein können. Ein ständiges Gewimmel von Autos, Tuk Tuks, Scootern und Fussgängern, immer und überall vom Geruch der verschiedensten Essenstände durchzogen und somit ein echtes Erlebnis.

Höhepunkt aus touristischer Sicht war der Besuch des Königspalasts, einem eindrücklichen Bauwerk voller Farben und Verzierungen. Ein Besuch aber auch, bei dem mir die Regeln des Königs alles abverlangten: Bei heissen Temperaturen von vermutlich gegen 40 Grad und gewohnt hoher Luftfeuchtigkeit musste ich lange Hosen tragen. Pflichtbewusst wie ich bin, hatte ich meine Jeans eingepackt. Zugegebenermassen nicht gerade die ideale Wahl bei Hitze und Feuchtigkeit, so dass der Besuch des Palasts, trotz dessen Schönheit, zu einer nicht zu unterschätzenden Herausforderung wurde, vergleichbar mit dem abschliessenden Halbmarathon in Singapore. Wobei nüchtern betrachtet war das Laufen in Singapore eigentlich sogar eher entspannter, gab es dort unterwegs doch immerhin kalte Schwämme, Wasser und Cola. Und angefeuert wurde ich im Palast auch nicht.

Ebenfalls auf dem Programm standen eine Flussfahrt, ein Gang durch China Town sowie der Besuch des Nachtmarktes von Patpong.
Interessant bei letzterem war nicht nur die schier unglaubliche Menge an zu erwerbenden Artikeln, sondern, dass anscheinend ganz in der Nähe gerade ein grosses Tischtennis-Turnier stattfand. Nur so kann ich mir erklären, weshalb wir an jeder Ecke zur Ping Pong-Show eingeladen wurden...


Nach drei Tagen in Bangkok hiess es am letzten Samstag Abend Abschied nehmen, sowohl von einer faszinierenden Stadt als auch von Maureen. Sie ist mittlerweile wieder in der Schweiz und ich in Phuket, wo während den letzten beiden Wochen nochmals seriöses Training auf dem Programm steht. So seriös, dass ich mich bereits am Sonntag Morgen - nur sechs Stunden nach der Landung - 
wieder auf mein Canyon gesetzt habe und gestrampelt habe. Seither sind einige weitere Kilometer dazugekommen und es fühlt sich schon wieder ganz brauchbar an.

PS: Der Vollständigkeit halber noch die Information, dass wir von einem Besuch des Tischtennis-Turniers abgesehen haben.



Montag, 26. März 2012

Koh Yao Noi

In der Phang Nga Bay, der Bucht zwischen Phuket und Krabi, liegen nebst unzähligen kleinen und kleinsten Inselchen die beiden Schwesterninseln Koh Yao Yai (die lange grosse Insel) und Koh Yao Noi (die lange kleine Insel). Der Legende nach existierte Koh Yao ursprünglich als eine Insel; dies bis zum Tag als ein wütender Naga (Seedrachen) sich seinen Weg mitten durch die Insel bahnte um möglichst schnell nach Krabi zu kommen - weil seine Verlobte dort drauf und dran war, einen anderen Naga zu heiraten. 

Nun, von der Eile, die den Naga damals trieb, ist heute nicht mehr viel zu spüren, zumindest nicht im Paradise Koh Yao Boutique Beach Resort&Spa, wo wir die letzten drei Tage verbrachten. Ruhe, ein traumhafter Strand, ein kühler Pool, wunderschön gebaute und eingerichtete Zimmer, vorzüglicher Service und gutes Essen sorgten für unvergessliche Tage und beste Erholung. Darum: Wer jemals den Süden Thailands bereist, der sollte unbedingt auch einen Stop auf Koh Yao Noi bzw. im Paradise Resort einplanen.

Auch wenn ich die Tage auf der Insel in vollen Zügen genossen habe, ganz sein lassen konnte ich es natürlich nicht, schliesslich steht ab dem nächsten Sonntag ja das "STD Training Camp" an. Dort wird es - wiederum auf Phuket - zum Abschluss meines Aufenthaltes in Thailand nochmals zwei Wochen lang heiss bzw. hart zu- und hergehen; so hart, dass ehemalige Teilnehmer gelegentlich auch von einem "Gulag" sprechen und dass es sich lohnt, in guter körperlicher Verfassung anzutreten. Aus diesem Grund war am Samstag und am Sonntag Morgen je ein morgendlicher Lauf über jeweils rund eine Stunde angesagt. Da ich auf der Zufahrtsstrasse zum Resort, welche den lokalen Mitarbeitern als Arbeitsweg dient, los lief, erwartete ich einen lockeren Lauf mit ggf. einigen Hügeln. Was ich dann jedoch vorgesetzt bekam, war das pure Gegenteil: Das ständige Auf und Ab - teilweise auch ganz ordentlich steil - auf einer Strasse, die im Horgenberg noch nicht einmal die Bezeichnung "Waldweg" erhalten würde, sorgte dafür, dass es zwei meiner anstrengendsten Morgenläufe überhaupt wurden. Wie das Bild zeigt sogar so anstrengend, dass sich selbst Fuel Belt, Laufschuhe, Sonnenbrille, Skinfit-Socken und -Visor am Strand erholen mussten! Ein Visor übrigens, den ich vor den Locals ziehe: Sie bewältigen diese Strasse täglich und anscheinend problemlos mit ihren Scootern - vermutlich würden sie auch als Motocross-Fahrer eine gute Figur machen.





Mittwoch, 21. März 2012

IM 70.3 Singapore: Fragen und Antworten

Vor drei Tagen war es soweit, mit dem IM 70.3 Singapore stand das erste Rennen des Jahres auf dem Programm. Für mich ein Rennen mit einigen offenen Fragen: Hatte eine Woche Tapering gereicht um die Müdigkeit von vier Wochen umfangreichem und hartem Training aus dem Muskeln zu treiben? Wie läuft es sich nach einer absolut flachen Radstrecke? Würde ich im Rennen mit der Hitze ähnlich gut umgehen können wie im Training?

Die Stunden nach 07:45 lieferten die Antworten:
  • Eine Woche Tapering ist zwar schön und gut, reicht - zumindest in meinem Fall - aber nicht ganz  um vollständig erholt an den Start zu gehen
  • Eine flache Radstrecke ermöglicht zwar schnelle Radsplits, lockerer wird der ganze Spass dadurch aber nicht
  • Etwas mehr Training in der Hitze dürfte ich noch vertragen

Zwischen den Fragen und Antworten lagen 4 Stunden 39 Minuten und 29 Sekunden, 70.3 Meilen und mit Sicherheit einige Liter Schweiss. Aber der Reihe nach:

30 Minuten nach allen Pro's, 15 Minuten nach allen Age Grouperinnen und lediglich fünf Minuten nach den Age Groupern der Kategorien M45, M50, M55, M60, M65 und M75 wurden in der vierten Welle auch wir von der Age Group M30 auf die Strecke geschickt. Die Profis interessierten mich dabei nicht wirklich, doch der Abstand von lediglich 15 bzw. fünf Minuten auf die Wellen zwei und drei verhiess nichts gutes bzw. viel "Treibholz". Und so war es denn auch: Nachdem ich problemlos weggekommen und mich schnell an die Spitze unserer Welle gesetzt hatte, musste ich bereits nach ca. 300m damit beginnen, Athleten der dritten Welle zu überholen. Am Ende der ersten von zwei Schwimmrunden, passierte ich dann auch die ersten (also eigentlich letzten) Frauen in ihren rosa Badekappen. Dass die dafür notwendigen Ausweichmanöver einer wirklich schnellen Schwimmzeit nicht dienlich sein würden, war von Beginn weg klar; ebenso klar war aber auch, dass sich meine direkten Konkurrenten mit denselben Problemen würden herumschlagen müssen. In erster Linie ging es somit darum, eine möglichst grosse zeitliche Differenz zu meinen Verfolgern zu schaffen, ganz nach dem Motto, dass sie sich zuerst zurückholen müssen, was ich ihnen im Wasser abgenommen habe. Ohne ans Limit zu gehen, schlug ich so ein zügiges Tempo an und konnte als Führender meiner Age Group und mit der zweitschnellsten Schwimmzeit Nicht-Pro's nach genau 30 Minuten aus der ersten Wechselzone laufen und aufs Rad wechseln.

Die Radstrecke war denkbar einfach: Drei Runden à 30 Km, absolut flach und komplett für Autos gesperrt. Wobei "flach" auch bedeutet, dass man den Druck auf die Pedalen stets aufrecht erhalten muss und dass es keine Abfahrten gibt, während welchen sich man sich kurz erholen kann. Und so war es denn auch: Ich konnte mein anfängliches Tempo zwar bis zum Ende der dritten Runde gleichmässig durchziehen, musste dafür aber auch hart arbeiten und leiden. Doch es lohnte sich: Mit durchschnittlich 37.8 Km/h war ich so schnell unterwegs wie noch nie und musste mich nur von einem einzigen Konkurrenten überholen lassen, so dass ich immer noch an zweiter Stelle liegend nach weniger als 3 Stunden in die Laufschuhe wechseln konnte.

Auf der Laufstrecke angekommen neigten sich meine Kräfte leider langsam dem Ende zu und ich begann sowohl den schnellen Radsplit als auch die Hitze immer mehr zu spüren. Drei Runden à 7 Km waren zu absolvieren und ich musste mir von Runde zu Runde mehr und mehr gut zusprechen, um noch ein einigermassen vernünftiges Tempo laufen zu können. Während des Rennens und direkt nach dem Zieleinlauf frustrierte mich dieser Punkt ziemlich, hatte ich mir doch speziell für das Laufen einiges vorgenommen. Ein Blick auf die Schlussrangliste zeigte jedoch, dass die dritte Disziplin am letzten Sonntag bei vielen Teilnehmern der eigentliche Knackpunkt war. Das führte dazu, dass ich in meiner Age Group zwar noch auf den 9. Schlussrang verdrängt wurde, gleichzeitig in der Overall-Rangliste aber noch zwei Ränge gutmachen und mich auf Rang 31 unter 1249 TeilnehmerInnen platzieren konnte. Ein Resultat, mit welchem ich am Ende sehr zufrieden bin.

Sportlich gesehen waren die vier Tage in Singapore für mich als ein voller Erfolg. Übertroffen wurde das aber noch vom ganzen Rahmenprogramm: Wie bereits geschrieben, durfte ich bei Urs und Sharon unterkommen und mich von der ersten Minute an wie zu Hause fühlen. Die beiden sorgten dafür, dass es mir an nichts fehlte, dass wenn immer nötig ein Taxi bereitstand und auch dass ich mich überhaupt in Singapore zurechtfand und nicht verhaftet oder gebüsst wurde. Zusätzlich standen sie am Sonntag während Stunden an der Strecke und feuerten mich gemeinsam mit ihrem Sohn Elias an - etwas, das immer und jedem hilft. Elias war im übrigen auch dafür besorgt, dass über die ganzen Tage keine Langeweile aufkam, ein echter Sonnenschein und Wirbelwind der Kleine. Sharon, Urs und Elias: Vielen Dank für die tollen Tage!

Seit Montag Mittag bin ich nun wieder in Phuket. Weil gleichzeitig eine wertvolle Lieferung aus der Schweiz angekommen ist, steht bis Ende der nächsten Woche nun die Erholung im Vordergrund: Ko Yao Noi, Krabi und Bangkok warten.

Samstag, 17. März 2012

IM 70.3 Singapore: Watch out for ♯222!

Nach zwei Tagen in Singapore stand Heute Vormittag die Registrierung sowie das Bike-Check In auf dem Programm. Alles absolut problemlos und schnell, so dass es seither heisst: Beine hochlagern, erholen und warten bis Morgen um 07:45 (00:45 Mitteleuropäischer Zeit) der Startschuss fällt. Bis jetzt überwiegt die Vorfreude, die Nervosität steigt dann Morgen beim erwachen an...

Untergekommen bin ich in Singapore bei Urs, Sharon und Elias. Durch die Unterstützung von Urs und Sharon konnte ich auch die letzte Vorbereitung bestens hinter mich bringen und dank der Unterhaltung von Wirbelwind Elias sind die Tage wie im Fluge vorbeigegangen. An dieser Stelle schon ein grosses Dankeschön an die drei!

PS: Live-Resultate gibt es auf www.ironman.com. Meine Nummer lautet 222. Letzteres erachte ich aufgrund der Anlehnung an meine Handynummer als gutes Omen...:-)